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FAQs

Bewirkt eine Fassadenbegrünung eine Reduktion der Wärmeverluste?

Ein ausgewachsener, immergrüner Fassadenbewuchs bewirkt eine geringfügige Reduktion der Wärmeverluste aus dem Gebäudeinneren, die im Vergleich zu erzielbaren Einsparungen durch einen verbesserten baulichen Wärmeschutz aber nicht nennenswert sind.

Verursacht die direkt an der Fassade wachsende Begrünung Feuchteschäden im Mauerwerk?

Messungen und Probebohrungen haben gezeigt, dass Begrünungen praktisch keine Feuchtewirkungen im Mauerwerk verursachen. Das Blattwerk der Begrünung hat eher eine Regenschutzwirkung zur Folge, da es direkte Regeneinflüsse auf die Fassade weitgehend mindert.

In welchem Maß schützen Begrünungen die Fassade bei Starkregen?

Fassadenbegrünungen sind ein ausgezeichneter Regenschutz. Bei voll ausgebildetem Blattwerk hält die Fassadenbegrünung die Belastung durch Starkregen vollständig zurück.

Besteht die Gefahr von Tauwasserbildung in innenliegenden Bauteilzonen?

Die Begrünung hat eher positive Wirkung, da sie die Gesamtfeuchtebelastung reduziert, daher auch die Wärmeleitung im Bauteil nicht erhöht und wegen der Tendenz der Erhöhung der Temperatur an der Bauteilinnenoberfläche der Tauwassergefahr eher entgegenwirkt.

Wie beeinflusst die Fassadenbegrünung die Temperaturen an der Fassadeoberfläche?

Eine Fassadenbegrünung reduziert die Sonneneinstrahlung, wobei die Himmelsausrichtung der Fassade eine Rolle spielt, und hat eine praktische Wirkung durch die Luftpolsterbildung des Blattwerks.

Ein ausgewachsener Fassadenbewuchs ist ein sehr guter Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung, Untersuchungen zeigen, dass nur rund 20% der Sonneneinstrahlung an die Fassadenoberfläche gelangt, der Rest wird von den Blättern reflektiert und absorbiert. An sehr strahlungsreichen Sommertagen werden durch Begrünungen Temperaturdämpfungen an Fassadenoberflächen bis zu 30 Kelvin gemessen. Bei dichtem, immergrünen Bewuchs sind im Monatsmittel im Sommer an süd- bzw.  südwest- und südostorientierten Fassaden um ca. 2 – 3 Kelvin niedrigere Temperaturen, im Winter um ca. 2 Kelvin höhere Oberflächentemperaturen, als an unbegrünten Fassaden messbar.

Sind durch den Pflanzenbewuchs Schäden an der Fassade zu befürchten?

An intakten verputzten Fassaden und bei entsprechender Pflege des Bewuchses sind bei selbstklimmenden Pflanzen laut entsprechenden Untersuchungen keine Schadensrisiken durch z.B. Eindringen von Wurzeln oder Haftfüßchen zu befürchten. Bei Abreißen von Ästen, z.B. bei Efeu oder Wilder Wein, ist der Astdurchmesser von Bedeutung, jedoch führten Tests zu keiner Zerstörung des Fassadenuntergrunds. Bei Wärmedämmverbundsystemen sind bei eingeschoßigen Gebäuden durch das Eigengewicht von selbstklimmenden Pflanzen (z.B. durch die Haftfüßchen beim Efeu) oder durch Windkräfte laut Untersuchungen ebenfalls keine Langzeitschäden der Fassade zu befürchten. Bei höheren Gebäuden sollten jedoch an der Fassade kraftschlüssig verankerte Kletterhilfen vorgesehen werden.


Die Themen und Erläuterungen sind der Broschüre „Auswirkungen von Fassadenbegrünungen auf den Wärme – und Feuchtigkeitsgehalt von Aussenwänden und Schadensrisiko“, Fraunhofer IRB Verlag, F2129, inhaltlich gestrafft, entnommen.

mit der Beteiligung der Projektpartner:

  • Donau Universität Krems
  • Green4Cities
  • Gedesag
  • Krems energieautark
  • Yesa

mit der Unterstützung von:

  • Förderstelle
  • Klimaenergiefonds

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